Programm / Soft norm + Social Design

20. 6. - 30. 11.

Student exchange / Soft norm (AFAD Bratislava, SK) x Social Design – Arts as Urban Innovation (Universität für angewandte Kunst Wien, AT)


20. Juni/ Mitwoch 2018

vernisage von 18 bis 20 Uhr

Wien Westbahnhof, Bahnsteig 1, Wien


Das Projekt TRAM, das Wien und Bratislava sowohl metaphorisch als auch physisch verbindet, präsentiert eine gemeinsame Ausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien und der Hochschule für bildende Kunst in Bratislava: Studierende der Abteilung „Social Design – Arts as Urban Innovation“ (Brigitte Felderer) und der Plattform „Soft Norm“ ( Martin Piaček) zeigen ihre Projekte, die sie seit Jahresbeginn erarbeitet haben.


Künstler:

Gabriela Halás, Magdalena Hubauer, Sebastián Komáček, Stano Krajči, Juraj Mydla, Martin Piaček, Lukas Weithas, Anne Zühlke


Das Wagon Wide Web von Magdalena Hubauer, Lukas Weithas und Anne Zühlke sammelt Erfahrungen und Alltagswissen von PendlerInnen zwischen den beiden Hauptstädten Bratislava und Wien. Im Rahmen eines digitalen und partizipativen Kunstwerks wird dieses Wissen zugänglich.


Projekt ist hier online

Wer sind die PendlerInnen? Was verursacht das regelmäßige Pendeln zwischen zwei Nationen? Das Wagon Wide Web installiert einen virtuellen Waggon im realen Waggon. Eine digitale Plattform ermöglicht den Blick aus der Vogelperspektive auf den Waggon mit seinen 44 Sitzplätzen und dem angeschlossenen Fahrradabstellplatz. Die Passagiere können sich über die Sitznummern selbst verorten, die Geschichte ihres Sitzplatzes verfolgen oder fortsetzen, indem sie die bereitgestellten Audiofeatures kommentieren oder ihre eigenen Inhalte in Form von Sprachnachrichten, Text oder Bildern teilen. Geschichten von PendlerInnen können gehört, gesehen und geteilt werden. Das Ergebnis ist ein ständig wachsendes und sich veränderndes Reiselogbuch, ein bewegliches Gedächtnis, das nach Projektende ausgewertet werden kann. Von Juli bis November 2018 ist das Wagon Wide Web für Reisende zugänglich. Die virtuelle Plattform Wagon Wide Web wurde von Helen Stefanie Schneider gestaltet und programmiert.


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Transdelicious ist ein Gemeinschaftsprojekt von Gabriela Halás, Sebastian Komacek, Stanislav Krajci, Juraj Mydla und Martin Piaček. Es besteht aus Bildern von Speisen, lokalen wie internationalen. Für viele MigrantInnen ist die Zubereitung von traditionellen hausgemachten Speisen ein attraktives und naheliegendes Einkommensmodell. Food- Fotografien werden durch Hashtags ergänzt, die auf unsere Instagram-Plattform verweisen und die Poesie rund um das Thema Essen erweitern und vorantreiben.


Nicht nur Liebe geht durch den Magen! Die Peristaltik des Verdauungstrakts bringt Menschen, Unternehmen, Ökosysteme und nicht zuletzt das globale Klima in Bewegung. Üblicherweise nehmen wir Speisen als wohlschmeckend oder eklig wahr. Längst gewinnt jedoch auch die Optik unserer Nahrung zunehmend an Bedeutung und immer öfter besteht der erste Gang daraus, ein Essens-Bild in sozialen Netzwerken zu teilen. Das Projekt Transdelicious möchte andere Perspektiven auf Essen und Nahrung anregen. Welchen Einfluss hat Ernährung auf unsere Gesundheit? Woher kommen die Zutaten und woher Rezepte? Wer bereitet unser Essen zu? Werden diese Menschen für ihre Arbeit angemessen entlohnt? Welchen sozialen Status haben die, die unser Essen zubereiten? Und in welchem Zusammenhang stehen globale Veränderungsprozesse mit dem, was wir essen?



SOFT NORM*: Vom historischen Bewusstsein zum zivilen Bewusstsein in der bildenden Kunst ist ein hybrider Kunstkurs für Studierende der bildenden Künste. Er konzentriert sich auf die Entwicklung einer zivilgesellschaftlichen Identität mit Hilfe der Geschichtsschreibung, Kunstgeschichte, Kunsttheorie und damit zusammenhängender sozialer und politischer Vorträge. Zusätzlich werden in den Kurs Kunstpraktiken eingeführt, die von den Geschichts- und Sozialwissenschaften beeinflusst werden. Der Kurs endet mit einer praktischen künstlerischen Recherche der Teilnehmer. Der Kurs soll zivilen Aktivismus und den Einsatz neuer künstlerischer und aktivistischer Praktiken fördern. Dies soll durch die Einführung von Transdisziplinarität erreicht werden, bei der Gastdozenten theoretische Vorlesungen mit fachspezifischer Methodik geben, begleitet vom praktischen Kurs des Dozenten. Zusätzliche Sitzungen helfen, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Die Schüler werden ermutigt, ihre eigene Definition von Aktivismus zu erarbeiten und mit verschiedenen Ansätzen (von radikalen bis zu gemäßigten) zu experimentieren. Gastdozenten vermitteln den Diskurs und die Interdisziplinarität über den Rahmen des festen Bildungsplans der Akademie der bildenden Künste in Bratislava hinaus.

Das Social Design-Arts as Urban Innovation department ist um Projekte kollektiver Arbeit herum organisiert, in denen wir die Erfahrungen, das Wissen und die Netzwerke des jeweils anderen austauschen, um mit den herausfordernden Kontexten der städtischen Dichte und des gesellschaftlichen Wandels umzugehen und darüber nachzudenken. Unsere Projekte sind vielleicht nicht so leicht als Kunstwerke zu bezeichnen. Deshalb sprechen wir oft von künstlerischer Arbeit, die sich durch gemeinsame Aktionen und gemeinsame Planung den gesellschaftlichen Bedingungen stellt. Die Methodik unserer Arbeit ist geprägt von offenen Strukturen, interdisziplinären Innovationen, kollektiven Bemühungen, praktischem Mut sowie theoretischen Risiken und nicht zuletzt viel Geduld mit und in dem Prozess. Unsere kulturellen und sozialen Hintergründe sind in produktiver Weise vielfältig, die Inhalte des Wissens unterscheiden und ergänzen sich und fördern somit reale Projekte im freien Rahmen eines Hochschulprogramms. Als Social Designer pendeln wir zwischen verschiedenen Rollen – wir sind Helfer, Moderatoren und Akteure, die nur darauf warten, einzugreifen. Individuelles Engagement, die Fähigkeit, unerwartete Ansätze zu generieren, empathisches Denken und die Bereitschaft, ohne zu zögern zu agieren, sind zweifellos persönliche Voraussetzungen für die Einschreibung in dieses Masterprogramm. Im Social Design Studio wird Solidarität als eine sozio-politische Kategorie angesehen, die eine Out-of-the-Box-Antwort verlangt. Ziel ist es, ein Umdenken zu provozieren und neue Ideen zu generieren, die zu einem gesellschaftlichen Wandel führen können. Alle Projekte und Kooperationen zeigen ein erklärtes Interesse an einer aktiven und kritischen Einflussnahme auf die Gesellschaft. Kurz und gut: Wir lehnen es ab, vor der Zukunft zu kapitulieren!