Projekt / Ausstellung: Soft norm x Social design

Student exchange / Soft norm (AFAD Bratislava, SK) x Social design arts as Urban intervention (Universität für angewandte Kunst Wien, AT)


Das Projekt TRAM, mit dem Wien und Bratislava sowohl metaphorisch als auch physisch verbinden werden, präsentiert Ihnen eine gemeinsame Ausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien und der Hochschule für bildende Kunst in Bratislava. Studierende der Ateliers von Brigitte Felderer (Social Design – Arts as Urban Intervention) und Martin Piaček (Platform Soft Norm) zeigen die Ergebnisse ihrer einsemestrigen Zusammenarbeit.


Künstler:

Gabriela Halás, Magdalena Hubauer, Sebastián Komáček, Stano Krajči, Juraj Mydla, Martin Piaček, Lukas Weithas, Anne Zühlke


Das Wagon Wide Web von Magdalena Hubauer, Lukas Weithas und Anne Zühlke sammelt Erfahrungen und Alltagswissen von PendlerInnen zwischen den beiden Hauptstädten Bratislava und Wien. Im Rahmen eines digitalen und partizipativen Kunstwerks wird dieses Wissen zugänglich.


Wer sind die PendlerInnen? Was verursacht das regelmäßige Pendeln zwischen zwei Nationen? Das Wagon Wide Web installiert einen virtuellen Waggon im realen Waggon. Eine digitale Plattform ermöglicht den Blick aus der Vogelperspektive auf den Waggon mit seinen 44 Sitzplätzen und dem angeschlossenen Fahrradabstellplatz. Die Passagiere können sich über die Sitznummern selbst verorten, die Geschichte ihres Sitzplatzes verfolgen oder fortsetzen, indem sie die bereitgestellten Audiofeatures kommentieren oder ihre eigenen Inhalte in Form von Sprachnachrichten, Text oder Bildern teilen. Geschichten von PendlerInnen können gehört, gesehen und geteilt werden. Vom 20. Juni bis November 2018 ist das Wagon Wide Web für Reisende über ein Intranet zugänglich, das ausschließlich innerhalb des Waggons genutzt werden kann. Das Ergebnis ist ein ständig wachsendes und sich veränderndes Reiselogbuch, ein bewegliches Gedächtnis, das nach Projektende ausgewertet werden kann.


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Nicht nur Liebe geht durch den Magen. Pulstunnels im Verdauungstrakt bringen Menschen, Unternehmen, Ökosysteme und das globale Klima in Bewegung. Wir neigen dazu, das Essen als geschmackvoll oder ekelhaft zu betrachten. Heute ist es jedoch das erste Mal, dass Sie ein Foto Ihres Essens in sozialen Netzwerken teilen. Die Leute legen mehr Wert darauf, wie das Essen aussieht. Wir halten es jedoch für wichtig, andere Möglichkeiten der Nahrungssuche zu eröffnen. Wie beeinflussen wir unsere Gesundheit? Woher kommen Rohstoffe und woher kommen Rezepte? Wer bereitet dieses Essen vor? Sind diese Menschen für ihre Arbeit angemessen bewertet? Welchen sozialen Status bereitet ein Mann zu? Welchen Einfluss hat es auf die Transformation der globalen Gesellschaft und des Planeten?


Transdelicious ist ein Gemeinschaftsprojekt von Gabriela Halás, Sebastian Komacek, Stanislav Krajci, Juraj Mydla und Martin Piaček. Es besteht aus Essensbildern für uns, vielleicht noch exotische Küchen. Für Arbeitssuchende, die auf der BA-WIE-Route leben, sieht sich WIE-BA mit dem besseren Leben der Migranten in unserer Region konfrontiert. Für viele ist das Einkommensmodell die Zubereitung von traditionellen hausgemachten Speisen. Food-Fotos werden durch Hashtags ergänzt, die auf der Instagram-Plattform entstehen und deren Poesie im Thema Essen noch breiter ist.


SOFT NORM*: Vom historischen Bewusstsein zum zivilen Bewusstsein in der bildenden Kunst ist ein hybrider Kunstkurs für Studierende der bildenden Künste. Er konzentriert sich auf die Entwicklung einer zivilgesellschaftlichen Identität mit Hilfe der Geschichtsschreibung, Kunstgeschichte, Kunsttheorie und damit zusammenhängender sozialer und politischer Vorträge. Zusätzlich werden in den Kurs Kunstpraktiken eingeführt, die von den Geschichts- und Sozialwissenschaften beeinflusst werden. Der Kurs endet mit einer praktischen künstlerischen Recherche der Teilnehmer. Der Kurs soll zivilen Aktivismus und den Einsatz neuer künstlerischer und aktivistischer Praktiken fördern. Dies soll durch die Einführung von Transdisziplinarität erreicht werden, bei der Gastdozenten theoretische Vorlesungen mit fachspezifischer Methodik geben, begleitet vom praktischen Kurs des Dozenten. Zusätzliche Sitzungen helfen, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Die Schüler werden ermutigt, ihre eigene Definition von Aktivismus zu erarbeiten und mit verschiedenen Ansätzen (von radikalen bis zu gemäßigten) zu experimentieren. Gastdozenten vermitteln den Diskurs und die Interdisziplinarität über den Rahmen des festen Bildungsplans der Akademie der bildenden Künste in Bratislava hinaus.

Das Social Design-Arts as Urban Innovation department ist um Projekte kollektiver Arbeit herum organisiert, in denen wir die Erfahrungen, das Wissen und die Netzwerke des jeweils anderen austauschen, um mit den herausfordernden Kontexten der städtischen Dichte und des gesellschaftlichen Wandels umzugehen und darüber nachzudenken. Unsere Projekte sind vielleicht nicht so leicht als Kunstwerke zu bezeichnen. Deshalb sprechen wir oft von künstlerischer Arbeit, die sich durch gemeinsame Aktionen und gemeinsame Planung den gesellschaftlichen Bedingungen stellt. Die Methodik unserer Arbeit ist geprägt von offenen Strukturen, interdisziplinären Innovationen, kollektiven Bemühungen, praktischem Mut sowie theoretischen Risiken und nicht zuletzt viel Geduld mit und in dem Prozess. Unsere kulturellen und sozialen Hintergründe sind in produktiver Weise vielfältig, die Inhalte des Wissens unterscheiden und ergänzen sich und fördern somit reale Projekte im freien Rahmen eines Hochschulprogramms. Als Social Designer pendeln wir zwischen verschiedenen Rollen – wir sind Helfer, Moderatoren und Akteure, die nur darauf warten, einzugreifen. Individuelles Engagement, die Fähigkeit, unerwartete Ansätze zu generieren, empathisches Denken und die Bereitschaft, ohne zu zögern zu agieren, sind zweifellos persönliche Voraussetzungen für die Einschreibung in dieses Masterprogramm. Im Social Design Studio wird Solidarität als eine sozio-politische Kategorie angesehen, die eine Out-of-the-Box-Antwort verlangt. Ziel ist es, ein Umdenken zu provozieren und neue Ideen zu generieren, die zu einem gesellschaftlichen Wandel führen können. Alle Projekte und Kooperationen zeigen ein erklärtes Interesse an einer aktiven und kritischen Einflussnahme auf die Gesellschaft. Kurz und gut: Wir lehnen es ab, vor der Zukunft zu kapitulieren!